Sind Nachtspeicher bald verboten? Noch erlaubt? Bis wann? 4.75/5 (4)

| August 28, 2018 | Nachtspeicherheizung
Nachtspeicherheizung verboten

Die Nachtspeicherheizung gilt als ineffektivste und teuerste Heizgelegenheit schlechthin. Aufgrund ihrer mangelnden Flexibilität und ihres hohen Energieverbrauchs stellt sie außerdem eine Belastung für die Umwelt dar. Dazu kommt noch, dass insbesondere ältere Geräte oft mit gefährlichen Schadstoffen belastet sind. Trotzdem sind in Deutschland noch über eine Million Nachtspeicherheizungen in Betrieb. 2009 wurde deshalb ein Verbot zahlreicher veralteter Speicheröfen in die Energiesparverordnung (ENEV) mit aufgenommen, das schrittweise in Kraft treten sollte.

Auf Anraten der Energiekonzerne wurde das Nachtspeicher-Verbot inzwischen aber wieder gekippt, was Energieexperten und Umweltschützer bis heute kritisieren. Ihre Räumlichkeiten mit überkommenen Nachtspeicherheizungen zu beheizen, ist vorerst also weiterhin erlaubt. Das macht es aber nicht sinnvoll oder gar rentabel, denn inzwischen gibt es viele moderne Heizlösungen, die im Verbrauch um einiges sparsamer sind. Ein Umstieg auf energieeffiziente Infrarotmodule ist in der Regel mit vergleichsweise wenig Kosten und Mühe verbunden und gibt Ihnen die Möglichkeit, zukünftig 30 % oder mehr Ihrer Stromkosten einzusparen.

Das sind die Gründe für die Einsparung:

  • Ihre Wohnung oder Haus kann mit geringer Temperatur geheizt werden. Wo beim alten Nachtspeicher eine Wohlfühltemperatur 23°C als angenehm gilt, erreichen Sie den gleichen Komfort bereits mit 20° C Raumtemperatur. Pro 1°C sparen Sie bis zu 6% am Verbrauch.
  • Geringere Anschlussleistung von Infrarotheizungen gegenüber Nachtspeicherheizungen. (Weniger als die Hälfte)
  • Infrarotheizungen können Sie ebenso mit günstigen Heizstrom betreiben! Tagstrom nicht zwingend notwendig!
  • Infrarotheizungen nutzen die Raumhülle und die im Raum befindliche Materie als Wärmespeicher, also eine größere Speichermasse und keine Speichersteine geringeren Volumens.
  • Geringere Wärmeverluste bei der Raumlüftung, denn Nachtspeicheröfen erwärmen primär die Luft – bei Infrarotheizungen ist es primär die Materie im Raum.

Warten Sie nicht bis zum Verbot

Noch vor dem nächsten Verbot auf Infrarotheizung umsteigen

Darum wurde beschlossen, dass Nachtspeicher nicht mehr erlaubt sein sollten:

Von der nützlichen Innovation zum ungeliebten Stromfresser

Als die Nachtspeicherheizung in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts eingeführt wurde, hielt man sie für eine sinnvolle Innovation, die allen zugutekam: Sie stellte eine saubere Alternative zu geruchs- und staubbelastenden Kohleöfen oder Gasheizungen dar, war einfach zu installieren und günstig in der Anschaffung. Die Energielieferanten freuten sich, dass sie nun auch in der Nacht mehr Abnehmer für den produzierten Strom hatten, schließlich konnten sie ihre Kraftwerke nachts, wenn die Auslastung wesentlich geringer war, nicht einfach abschalten oder herunterfahren. Und die Nachtstromspeicherheizungen nutzen elektrische Energie, um nachtsüber die eingebauten Speichersteine aufzuheizen, die dann am Tag die Wärme an die Räumlichkeiten abgeben.

Das lohnte sich auch für die Nutzer, denn sie konnten ihre Wohnungen und Häuser mit günstigem Niedertarifstrom, auch Nachtstrom genannt, beheizen.

Über Energieeffizienz, CO2, Schadstoffe und die Umwelt machte man sich damals noch nicht viele Gedanken.

Heute sieht das ganz anders aus. Nachtstromspeicherheizungen werden als veraltete Technik betrachtet und haben einiges an Beliebtheit eingebüßt. Es gibt viele Gründe, warum der Einsatz von alten Speicheröfen nicht mehr sinnvoll ist:

  • Preis und Verfügbarkeit des Nachtstroms: In den letzten 50 Jahren sind die Strompreise immer weiter angestiegen. Zwar gibt es auch heute noch günstigeren Niedertarifstrom, aber der wird nicht mehr überall in Deutschland angeboten und ist auch längst nicht mehr so preiswert wie vor 60 oder 70 Jahren.
  • Ineffizienz und hohe Betriebskosten: Eine Nachtspeicherheizung benötigt eine Menge Energie, um ihren Schamottstein auf ein verhältnismäßig niedriges Temperaturniveau aufzuheizen. Diese Ineffizienz macht die Nutzung der Nachtspeicher zur teuren Angelegenheit, denn sie verursacht hohe Betriebskosten und das sorgt vor allem bei Verbrauchern für Verdruss.
  • Mangelnde Flexibilität: Nachtspeicheröfen sind nicht flexibel regelbar, soll heißen: Wenn die Heizung aufgeheizt ist, dann heizt sie, egal ob das aktuell gewünscht wird oder nicht. An unerwartet warmen Tagen bleibt den Bewohnern nichts anderes übrig, als die teuer erkaufte Wärme zu Fenstern und Türen hinauszulassen.
  • Umweltbelastung: Hohe Anteile des konventionellen Strommixes werden noch aus Braun- und Steinkohlekraftwerken gewonnen und verursachen hohe CO2 Emissionen. Da die veralteten Speicherheizungen nur auf einen Energieumwandlungsgrad von gerade mal 40 % kommen, geht ein Großteil der Energie ungenutzt verloren und das ist schlecht für die Umwelt. Strom aus erneuerbaren Energiequellen ist hingegen viel zu wertvoll, um durch den Betrieb wirkungsschwacher Nachtspeicheröfen verschwendet zu werden.
  • Giftige Schadstoffe: Dazu kommt noch, dass in vielen alten Nachtspeicherheizungen Schadstoffe wie PCB, Asbest und Chromat zu finden sind, die eine Gefahr für die Gesundheit darstellen.
  • Sparsame Alternativen: Moderne Heizlösungen arbeiten um einiges effizienter und sind dadurch sparsamer im Verbrauch als die überkommenen Speicheröfen. Durch den Umstieg auf hochwertige Infrarotheizungen haben Sie die Chance, einen nennenswerten Teil der Betriebskosten zu sparen.

Energieexperten sowie Umwelt- und Verbraucherschützer sind deshalb schon seit langem der Meinung, dass die alten Nachtspeicher verboten werden sollten.

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Bild: Nachtspeicherofen unter Küchenfenster. 2,5 KW. Im Gegensatz reicht hier z.B. eine Infrarotheizung mit nur 1000 Watt in viel flacherer und platzsparender Ausführung. IR-Heizungen gibt es als Bild, als Tafel, als Spiegel und vieles mehr.

Moderne Bildheizungen für Ihre Küche

Abwrackprämie sichern und auf moderne Infrarotheizung umsteigen

Nachtspeicher verboten – Nachtspeicher erlaubt: Das Verbot und sein Ende

2009 hat die Regierung dieser Forderung erstmals nachgegeben: Die Außerbetriebnahme elektrischer Speicherheizungen wurde in das Gesetz zur Einsparung von Energie in Gebäuden (ENeG) aufgenommen und als §10a in der Energieeinsparverordnung (EnEV) verankert.
Ab 2019 sollte es nicht mehr gestattet sein, Gebäude mit mehr als 5 Wohneinheiten, die nicht der Wärmeschutzverordnung entsprachen, ausschließlich mit Nachtspeichern zu beheizen. Nichtwohngebäude mit über 500 m² Nutzfläche, die mindestens vier Monate im Jahr auf 19 °C beheizt werden, waren ebenfalls vom Nachtspeicher-Verbot betroffen.
Für nach 1989 aufgestellte oder in wesentlichen Teilen erneuerte Nachtspeicherheizungen wurde die Frist verlängert – diesen wurde eine maximale Betriebsdauer von 30 Jahren zugestanden. Die Entsorgung alter Speicherheizungen wurde bis zum 31. August 2010 von der KfW-Bank sogar mit 200 Euro pro Heizkörper bezuschusst. Obwohl die Außerbetriebnahme längst nicht alle Speicheröfen in Deutschland erfasste, war sie doch ein wichtiger Schritt in Richtung endgültiger Abschaffung.

Das Nachtspeicher-Verbot sorgte allerdings nicht überall für Begeisterung. Einige Energiekonzerne waren der Meinung, dass Nachtstromspeicherheizungen auch weiterhin noch zulässig sein sollten. Da das Angebot an Ökostrom je nach Wetterlage schwankt, gebe es oft ein Überangebot. Zu flexiblen, smarten Stromspeichern umgerüstet, könnten die Nachtspeicherheizungen noch sinnvoll sein, um überschüssigen Strom aufzunehmen.
Leider hörte die damalige Regierung auf die Argumente der Energielobby. So wurden die Beschlüsse zum Verbot 2013 gestrichen und die Außerbetriebnahme wieder aufgehoben.

Bis wann sind Nachtspeicherheizungen nun erlaubt?

Wie lange Nachtspeicherheizungen noch erlaubt bzw. ob und bis wann die veralteten Speicheröfen doch wieder verboten werden, das weiß zurzeit niemand genau. Bis auf weiteres ist es allen Betreibern weiterhin gestattet, ihre Nachtspeicher zu nutzen. Hier hat sich die Energielobby durchgesetzt.

Haben Nachtspeicherheizungen einen Nutzen als intelligente Ökostrom-Speicher?

Wohl eher nicht! Die Aufhebung des Nachtspeicher-Verbots wurde deshalb auch von vielen Seiten heftig kritisiert. Wenn man sie nämlich genauer betrachtet, erweisen sich die Argumente der Energiekonzerne als ziemlich fadenscheinig. Und zwar aus folgenden Gründen:

  1. Betrieb in ökostromärmeren Zeiten: Ökostrom wird in Deutschland hauptsächlich durch Windkraftwerke und Solaranlagen erzeugt. Die Nachtspeicherheizungen werden aber vor allem im Winter benötigt und genutzt, wenn die Sonne seltener scheint und der Wind weniger weht, sodass eben nicht ständig ein Überangebot an Ökostrom zur Verfügung steht.
  2. Nachtspeicherheizungen sind nicht regelbar: Um Schwankungen im Stromnetz abzufangen, müssten die Speicheröfen auf Signalen von außen reagieren können, sodass sie spontan anspringen, wenn es zu Stromspitzen kommt. Die meisten alten Geräte sind aber nicht flexibel regelbar und können nur innerhalb eines festgelegten Zeitfensters, z. B. nachts, aktiviert werden.
  3. Umrüstung zu teuer: Es ist zwar möglich, alte Nachtspeicher mit moderner Regeltechnik auszustatten, das ist aber so teuer, dass es keinen Anreiz darstellt, die unattraktiven Energiefresser zu behalten.
  4. Andere Geräte sind besser geeignet: Heutzutage gibt es viele moderne Geräte, die viel besser geeignet sind, um zu viel produzierten Ökostrom spontan zu nutzen, wie z. B. Haushaltsgeräte, die bereits über Smarthome-Technik gesteuert werden. Auch eine Infrarotheizung wäre dazu imstande, wenn sie über ein intelligentes Thermostat gesteuert wird, das mit dem Stromversorger kommunizieren kann.

Fazit: Das Argument, Nachtspeicherheizungen könnten dazu genutzt werden, um Ökostrom-Schwankungen auszugleichen ist somit nicht ausreichend, um die Außerkraftsetzung des Nachtspeicher-Verbots zu rechtfertigen. Ein Verbot wäre aber durchaus sinnvoll, um die umweltbelastenden, ineffizienten Stromfresser endlich loszuwerden. Das würde nicht nur der Energiewende, sondern auch den Nutzern zugutekommen.

Keine Fristen verstreichen lassen

Noch vor dem Ablauf der nächsten Frist auf Infrarotheizung umsteigen

Viele Wohneigentümer entscheiden sich allein schon aufgrund der hohen Betriebskosten für einen Austausch der veralteten Speicherheizungen. Eigentümer von Mietwohnungen und -Häusern können die Heizkosten hingegen auf die Mieter umlegen und scheuen oft die Investition für ein neues Heizsystem. Ein Verbot könnte sie dazu bewegen, auf moderne Heizlösungen umzusteigen. Zusätzlich könnten auch finanzielle Anreize geschaffen werden, z. B. eine Abwrackprämie für Nachtspeicheröfen, die es für Immobilienbesitzer attraktiver macht, sich von der veralteten Technik zu trennen.

Auf Infrarotheizungen umrüsten und sparen

Vermieter wollen keine digitalen Thermostate

Vermieter: Da spare ich mir doch die Kohle, ähem – oder das Öl! Ich mach von dem Erspartem einen Urlaub in Thailand – Tschüss!

Das Problem besteht darin, dass viele alte Nachtspeicherheizungen in Altbau-Häusern und -Wohnungen zu finden sind, die oft schon beim Bau darauf ausgelegt wurden, mit Nachtspeicheröfen beheizt zu werden. Dadurch ist die Nachrüstung eines konventionellen Heizsystems in den meisten Fällen mit aufwendigen Umbauarbeiten und hohen Kosten verbunden, denn neben den entsprechenden Heizkörpern müssen auch Leitungen, Rohre und Anschlüsse nachgerüstet werden. Während die Arbeiten durchgeführt werden, sind die Räumlichkeiten meist nicht bewohnbar, was für Vermieter, aber auch für viele Wohneigentümer einen zusätzlichen Kostenfaktor darstellt.

Die Infrarotheizung bietet sich hier als handhabbare, ökonomische Alternative an. Um die Module an Wände oder Decken hängen zu können, muss lediglich eine Aufhängung montiert werden. Die benötigte Vorrichtung ist bei den meisten Modellen bereits dabei. Für den Betrieb können in vielen Fällen die bereits vorhandenen Stromanschlüsse für die Nachtspeicherheizungen genutzt werden. Allenfalls sind ein paar zusätzliche Kabel zu verlegen, da es sinnvoll ist, größere Räumen mit zwei oder drei IR-Heizungen auszustatten, um eine bessere Verteilung der Wärme im Raum zu ermöglichen. Für die Montage und Installation benötigen erfahrene Fachleute nur ein paar Stunden. Während in einem Raum bereits Arbeiten durchgeführt werden, können die Bewohner ihre andern Räume wie gewohnt nutzen. (Wir haben für sie hier einmal ausgerechnet, was es ungefähr kosten würde, ein Einfamilien-Altbauhaus mit 120 m² zu beheizender Wohnfläche mit verschiedenen Infrarotheizungen auszustatten)

Lesen Sie dazu auch gerne unseren Artikel zum Thema: Nachtspeicherheizung durch Infrarotheizung Ersetzen

Die Anschaffungskosten sind im Vergleich zu anderen Heizsystemen ebenfalls recht gering. Klassische Module mit 1000 Watt Leistung sind bereits zwischen 550-1200 Euro zu haben. Weitere Informationen zu den Preisunterschieden bei den unterschiedlichen Modellen haben wir Ihnen hier zur Verfügung gestellt: Link: Kosten von Infrarotheizungen im Altbau

Infrarot vs. Nachtspeicher: Betriebskosten im Vergleich

Ob nun erlaubt oder nicht, heute würde wohl niemand mehr behaupten, dass Nachtspeicherheizungen noch rentabel sind. Durch den Umstieg auf energieeffiziente Infrarotheizungen können Sie einiges an Betriebskosten sparen. Um Ihnen dies zu demonstrieren, haben wir als Beispiel wieder unser Einfamilien-Altbauhaus mit 120 m² zu beheizender Wohnfläche gewählt, das von 4 Personen bewohnt wird:

Hier sehen Sie die Heizkosten pro Jahr mit einer Nachtspeicherofen (Einfamilienhaus Altbau 120m²):

Stromverbrauch Nachtspeicher im Einfamilienhaus Altbau

Hier sehen Sie im Beispiel Heizkosten pro Jahr mit einer Infrarotheizung (Einfamilienhaus Altbau 120m²):

Stromverbrauch Infrarotheizung im Einfamilienhaus Altbau

 

Stromverbrauch Infrarotheizung vs Nachtspeicherheizung
Anteil des Stromverbrauches mit Infrarot gegenüber Nachtspeicher 52,80%
Heizkosten Infrarotheizung vs Nachtspeicherofen
Anteil der Stromkosten mit Infrarot gegenüber Nachtspeicher 60,32%

Wenn auch Sie sich gern von Ihren veralteten Nachtspeicheröfen verabschieden möchten und überlegen, ob moderne Infrarotheizungen ein praktikabler Ersatz sein können: Melden Sie sich gerne bei uns! Unsere unabhängigen Fachleute beraten Sie kompetent und unverbindlich und helfen Ihnen gern bei der Entscheidung.

Wie lange noch bis zum Verbot warten

Dem alten Elektrospeicherofen ein Ende setzen

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1 Kommentar zu “Sind Nachtspeicher bald verboten? Noch erlaubt? Bis wann?”

  1. Sehr guter Bericht

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